Weil ich gut bin

Was aus Sven wurde

 Er ist siebzehn Jahre jung, aber schon auf dem besten Weg, sich seine Zukunft endgültig zu verbauen. Wegen zahlreicher Autodiebstähle sitzt Mücke eine Jugendstrafe ab. Bis zum Hals in Problemen steckt auch seine aufopferungsvolle Freundin Sweta. Die Mutter: Eine schwere Alkoholikerin. Die jüngere Schwester: Drogenabhängig und auf dem Babystrich. Ein scheinbar perspektivloses Leben. Aber unverhofft ist plötzlich Besserung in Sicht. Autohändler Bethke hat sich zum Ziel gesetzt, vorbestraften Jugendlichen zu helfen, lässt sie bei sich arbeiten und wohnen – eine Initiative, die er als „Betreutes Wohnprojekt“ staatlich fördern lässt.

 Auch den Autospezialisten Mücke nimmt er bei sich auf. Schnell avanciert der zu seinem besonderen Schützling. Doch in seiner neuen Bleibe stößt Mücke auf alte Bekannte aus seiner kriminellen Vergangenheit – und die stecken mitten in der Planung eines großen Coups. Ihr Opfer: Bethke. Mücke weigert sich zwar mitzuspielen. Doch dann werden Sweta und er unwillentlich Teil ihres perfiden Plans …

  • Sender WDR, 2002
    Regie Miguel Alexandre
    Redaktion Monika Paetow

Vorwort von Monika Paetow (Redaktion WDR)

 Die Sehnsucht nach Anerkennung liegt in jedem Menschen. Die Geschichte von Klaus-Peter Wolf erzählt von dieser Sehnsucht und von der Freundschaft, die man braucht, damit sie erfüllt wird. Mücke sucht seinen Weg noch, und lange hat er nur Anerkennung bei falschen Freunden gefunden. Zweihundert Autos klauen, das ist doch was! Wie Mücke Gefahr läuft, in eine kriminelle Karriere abzurutschen und statt Anerkennung nur Verachtung zu ernten, hat Miguel Alexandre eindringlich inszeniert, mit einem kräftigen Schuss Humor, ohne den das Leben von Mücke und Sweta für den Zuschauer kaum zu ertragen wäre.

 „Weil ich gut bin!“ ist kein Jugendfilm, nur weil junge Leute die Protagonisten sind. Er richtet sich an Zuschauer jeden Alters, die den Wunsch nach Anerkennung und den Wert der Freundschaft nicht vergessen haben. Es liegt in der Tradition des Westdeutschen Rundfunks, immer wieder auch Geschichten von jungen Menschen zu erzählen. „Hin und weg“ gehört dazu, „Herzrasen“ und natürlich „Svens Geheimnis“, der, vielfach prämiert, die Vorgeschichte von Mücke erzählt haben könnte.

 Die Schicksale, die Träume und die Freuden und Leiden der Jüngeren gehen alle Menschen an. Die Älteren finden darin vielleicht ihre Erfahrungen und Träume wieder, und sie haben die Möglichkeit, etwas über die Bedürfnisse der Jungen zu erfahren. Zum Beispiel, dass sie die Freundschaft der Älteren brauchen, um wie Mücke den Weg in die Zukunft zu finden.