Hetzjagd

Angelica Domröse jagt einen Pferdemörder und löst zwei Fälle auf einmal

 Wolfgang Straub wird wegen sexuellen Missbrauchs seiner zwölfjährigen Tochter Jasmin verurteilt und ins Gefängnis eingeliefert. Seine Frau, die ihn während des Prozesses schwer belastet, hat sich von ihm getrennt. Sie lebt nun mit Jasmin auf ihrem Reiterhof, den sie mehr schlecht als recht führt. Zu ihrer Unterstützung quartiert sich ihr Vater bei ihr ein, der sich aber schnell zum Haustyrann entwickelt. Wolfgang, der immer noch seine Unschuld beteuert, hat im Gefängnis einen schweren Stand. Das Delikt, für das er einsitzt, ist auch unter Gefangenen verpönt, so dass er von seinen Mitgefangenen schikaniert, ja sogar misshandelt wird und am Ende in der psychiatrischen Abteilung des Gefängnisses landet.

 Dort lernt er Dietmar Achthaler kennen, einen seit Jahren einsitzenden Psychopathen, der sinnlos mehrere Pferde abgeschlachtet hat. Dietmar hat einen ins Gefängnis geschmuggelten Brief für Wolfgang. Seine Tochter schreibt ihm darin verzweifelt, dass sie nicht mehr leben will. Da Dietmar den Brief aus Versehen vernichtet, kann Wolfgang niemandem klar machen, in welcher Gefahr seine Tochter schwebt.

 Bei einer Beratung durch die Anstaltspsychologin trifft Wolfgang zufällig auf die Kommissarin Vera Bilewski. Sie interessiert sich für Dietmar, denn sie recherchiert gerade in einem Fall grausam abgeschlachteter Pferde. Doch Dietmar rastet aus und für Wolfgang ergibt sich plötzlich die Möglichkeit, zu fliehen. Er nimmt Vera Bilewski als Geisel und schafft es, mit ihr und Dietmar die Justizvollzugsanstalt zu verlassen. Wolfgang hat dabei zunächst nur vor, seine Tochter zu retten. Er gewinnt jedoch zunehmend Vertrauen zu Vera und versucht, sie dazu zu bewegen, seinen Fall neu aufzurollen. Obwohl die Kommissarin Wolfgang hilft, seine Tochter zu sehen, leitet sie gleichzeitig seine erneute Festnahme ein. Sie interessiert sich jedoch nun für den Fall und beginnt, neu zu ermitteln. Dabei entdeckt sie nicht nur, dass alle Familienmitglieder gelogen haben, sie stellt auch fest, dass die missbrauchte Jasmin mit ihren Problemen völlig allein gelassen wurde. Ihre verzweifelte Flucht in den Selbstmordversuch scheint zu bedeuten, dass der wahre Täter noch nicht gefunden ist.

  • Sender SDR, 1998
    Regie Ute Wieland
    Redaktion Thomas Martin

Pressestimmen

 Klaus-Peter Wolf ist ein zuverlässiger Storylieferant. Die gehobene Qualität seiner Werke lässt sich jetzt wieder in zwei ›Polizeiruf 110‹-Folgen des Bayrischen Rundfunks überprüfen. Stern, 23.10.1997