Jens-Peter und der Unsichtbare

Schriftsteller Klaus-Peter Wolf: »Erst wollte ich Pirat werden«

Er weiß, was Kinder und Jugendliche (und Erwachsene) fesselt: Klaus-Peter Wolf ist einer der erfolgreichsten deutschen Autoren.
Aus seiner Feder stammen »Drei Tolle Nullen«, die im ARD-Fernsehen liefen und auch im Kinderkanal. Er schrieb »Jens Peter und der Unsichtbare« und »Felix & die Kunst des Lügens«. Er schrieb Pferdegeschichten, Drachengeschichten, Computer- und Weltraumgeschichten. Schrieb über Seeräuber. Und er verfasste noch dutzende weitere Kinder- und Jugendbücher, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Er schreibt Bücher für Erwachsene und Drehbücher für Film und Fernsehen (unter anderem für die Serie »Polizeiruf 110«). Er gilt als einer der erfolgreichsten Autoren Deutschlands (bisher ca. 70 Bücher, übersetzt in 20 Sprachen, Auflage weltweit 8 Millionen Exemplare) und bekam zahlreiche angesehene Preise. Geboren wurde er 1954 in Gelsenkirchen. Er schrieb seine ersten Geschichten in der Schule unter der Bank und wollte schon (fast) immer Schriftsteller werden. Für die Kinderseite nahm er sich Zeit für ein Interview.

Woher nehmen Sie die Ideen für Ihre Bücher?

Ich habe gar keine Ideen, aber ich kaufe mir immer besonders gute Füller. Denen sehe ich dann beim Schreiben zu, und solange sie mich gut unterhalten und nicht langweilen, leihe ich ihnen meine Hand, damit sie besser schreiben können.

Warum schreiben Sie überhaupt Kinderbücher?

Ich wollte eigentlich Clown werden, aber das ging schief. So begann ich, Geschichten zu erzählen. Es stellt sich schnell heraus, dass ich zwar sonst keine Begabungen habe, aber das ganz gut konnte. Wenn man lange genug sucht, findet man bei jedem Menschen etwas, das er kann. Sogar bei mir.

Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Kinderbuch?

Natürlich erinnere ich mich daran. Ich konnte es vor Stolz gar nicht aus der Hand legen. Ich habe es sogar mit zum Klo und ins Bett genommen. Es hieß »Mein Freund Pinto«. Es gibt das Buch schon lange nicht mehr zu kaufen. Dies ist auch gut so. Es war grauenhaft schlecht, aber es war mein erstes.

Eine der beliebtesten Buch-Reihen von Klaus-Peter Wolf erzählt von Jens-Peter und dem UnsichtbarenWelches ist Ihr bisher erfolgreichstes Kinderbuch, die erfolgreichste Serie?

Meine erfolgreichste Serie heißt »Jens-Peter und der Unsichtbare«, insgesamt sind das sechs Bücher. Sie ist in viele Sprachen übersetzt worden. Die meisten Anhänger hat die Serie in Spanien, was kein Mensch versteht, ich am allerwenigsten. Jetzt hoffe ich, dass meine neue Reihe »Felix & Die Kunst des Lügens« diesen Erfolg noch einmal toppen wird. Gerade erscheint der dritte Band »Wie man aus seinem Vater einen besseren Menschen macht« im Ueberreuter-Verlag.

Vermitteln Sie eine Botschaft in Ihren Büchern?

Eine Botschaft durchzieht wohl all meine Bücher zwischen den Zeilen wie ein roter Faden: »Lasst euch nicht unterkriegen. Die anderen kochen auch nur mit Wasser. Auch wenn die Verhältnisse beschissen sind, haben sie etwas Gutes: Sie sind veränderbar.«

Macht Schreiben für Kinder mehr Spaß als für Erwachsene?

Natürlich. Kinder sind noch nicht so verstandeskontrolliert, sie verstehen meine Bücher meist auf Anhieb, Erwachsene brauchen immer etwas länger.

Spannende Abenteuer erleben Angel-Olaf, Bastel-Oskar und Freundin Olli in der Fernsehserie »Drei tolle Nullen«. Die Vorlage dazu stammt von Klaus-Peter Wolf.Haben Sie schon mal daran gedacht, den Beruf zu wechseln?

Ich glaube, als ich acht war, wollte ich Pirat werden. Aber dann entschied ich mich doch lieber, Geschichten über Piraten zu schreiben. So gelang es mir, manche Meuterei an Bord anzuzetteln, ohne den Haifischen zum Fraß vorgeworfen zu werden.

Was war Ihr bisher größter persönlicher Erfolg, Ihr größter Misserfolg?

Mein größter Erfolg war zweifellos der Spielfilm »Svens Geheimnis«, für den ich allein neun internationale Preise erhielt. Mein größter Misserfolg war mein erster Liebesbrief. Sie nahm einen anderen …

Wie viele Zuschriften von jungen Lesern bekommen Sie im Monat?

Es kommen gut 200 pro Monat, manchmal mehr. Über meine Internetseite »www.klauspeterwolf.de« können Schüler auch persönlich Kontakt zu mir aufnehmen. Viele tun das. Im letzten Jahr wurde die Seite mehr als 15.OOO mal besucht. Dort gibt es Leseproben aus meinen Büchern, lange, bevor sie erschienen sind. Außerdem vieles über meine Bücher und Filme.

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Presse 109

  • Jens-Peter und der Unsichtbare – Schriftsteller Klaus-Peter Wolf: »Erst wollte ich Pirat werden«
  • Zeitung/Magazin

    • Siegener Zeitung
    • Okt. 2002