Film
Feuer
Basierend auf seinem Roman »Feuerball«
Wieder hat es in der Stadt gebrannt. Nach der Schule ist es diesmal das Arbeitsamt.
Alle leben in Angst und Schrecken vor dem »Feuerteufel«, der anscheinend wahllos Häuser in Brand steckt.
Wann wird das nächste Feuer ausbrechen?
Jens Roth hat panische Angst vor Feuer. Vor Jahren starb sein Vater bei der Explosion seines Autos.
Bis heute hat Jens dieses furchtbare Erlebnis nicht überwunden.
Chaos, Gewalt und Wahnvorstellungen toben in seinen Gedanken,
und manchmal kann er Einbildung und Realität nicht mehr unterscheiden.
Nur seine Therapeutin Sylvia Jansen gibt ihm Halt. Die ganze Familie Roth litt unter dem Tod des Vaters, aber heute hat Jens Mutter, eine engagierte Bewährungshelferin, wieder einen neuen Freund.
Werner Cremer ist eigentlich ein netter Kerl. Er versucht nicht, die Position als neuer Vater einzunehmen,
sondern unterstützt Jens Mutter sogar bei der Hausarbeit. Und doch ist er Jens nicht ganz geheuer.
Vor allem sein fast besessenes Interesse an Astrologie findet er etwas unheimlich.
Jens ungutes Gefühl wird noch stärker, als sich herausstellt, da Werner Cremer ein ehemaliger Häftling ist,
den die Polizei in Verdacht hat, der gefürchtete »Feuerteufel« zu sein.
Werner Cremer spürt Jens immer größer werdendes Misstrauen.
Geschickt gelingt es ihm, die Aufmerksamkeit der Polizei auf Jens zu lenken,
der durch seine Probleme und sein psychologisches Gutachten schwer belastet wird.
Doch als Jens Cremers astrologisches Computerprogramm entdeckt, wird ihm klar, wo der nächste Brand sein wird.
Die Ereignisse überschlagen sich!
Fotos
Zum Film
Klaus-Peter Wolf hat das Drehbuch zu »Feuer« selbst geschrieben. Der Bayerische Rundfunk produzierte »Feuer« mit ungewöhnlich hohem Kostenaufwand für die Serie »Polizeiruf 110«. Hochkarätige Schauspieler bewiesen ihr Können unter der Regie von Maria Knilli. So garantiert Gaby Dohm in der Rolle der Psychologin Sylvia Jansen sicherlich 1 bis 2 Millionen Zuschauer mehr. Auch Peter von Strohmbeck als Kommissar Maiwald ist eine Idealbesetzung.
Alle Außenaufnahmen der Dreharbeiten fanden in Nürnberg statt. Die Stadt, unter anderem das Rathaus, ist im Film gut zu erkennen. Auch das Polizeipräsidium von Nürnberg diente als Originalkulisse. Die restlichen Innenszenen wurden in den Studios des Bayerischen Rundfunks in München aufgenommen.
»Feuer« wird am Sonntag, den 30. November 1997 in der ARD um 20.15 Uhr ausgestrahlt. Es folgt noch im Herbst 1997 ein zweiter Teil, der jedoch zum Roman Feuerball keinen direkten Bezug hat. Lediglich die Protagonisten Sylvia Jansen und Kommisar Maiwald sind hier wieder mit von der Partie.
Interview mit Klaus-Peter Wolf
Herr Wolf, wenn Romane verfilmt werden, gibt es oft scharfe Konflikte zwischen den Autoren des Buches und den Regisseuren und Filmleuten. Denken wir nur an »Die unendliche Geschichte«. Wie war das bei der Verfilmung Ihres Jugendromans, »Feuerball«?
Ganz anders. Ich habe mir Maria Knilli als Regisseurin gewünscht. Sie hat sich sehr sensibel in den Stoff eingearbeitet. Manchmal haben wir Stunden über eine Bewegung oder ein Handlungsmotiv diskutiert. Warum tut die Person gerade jetzt das? Warum macht sie das so und nicht anders? Was denkt sie dabei? Was filmt sie dabei? Was gibt sie von sich preis, und was verschweigt sie bewusst? Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Was man auch daran sieht, dass ich Maria ein neues Drehbuch angeboten habe.
Wie muß man sich die Zusammenarbeit zwischen Schriftsteller und Filmleuten überhaupt vorstellen?
Nun, zuerst suche ich für meine Stoffe Geldgeber. Also Sender oder Produzenten. Mit denen gemeinsam suche ich den Regisseur aus und mit diesem dann die Schauspieler, Drehorte usw. Am Anfang steht aber immer die gute Geschichte, eine tragfähige Story. Anders geht es nicht.
Sie bestimmen also das Endprodukt, den Film, maßgeblich mit?
Film ist Teamarbeit. Wer nicht teamfähig ist, gehört da nicht hin. Man kann keine Schauspieler in Handschellen zum Set bringen und zwingen, etwas so zu spielen. Aber man kann versuchen, sie zu überzeugen, die Rollen zu erklären. Mit Gaby Dohm zum Beispiel gab es lange Gespräche. Sie hat sich ganz intensiv auf die Rolle vorbereitet, und ich finde sie als Dr. Silvia Jansen wunderbar. Sie ist so präsent. Sie strahlt wirklich die Kraft aus, die Silvia im Roman hat und die aus ihrem Inneren kommt.
Der Film ist aber ganz anders als das Buch »Feuerball«. Im Roman hat Jens eine Schwester, die eine wichtige Rolle spielt. Sie fehlt im Film.
Richtig. Der Film ist ein ganz anderes Medium. Im Film habe ich nur 90 Minuten. Im Roman 220 Seiten. Da musste ich verknappen und mit der Zahl der Personen ökonomisch umgehen. Sonst kommen als Nebenfiguren nur blutleere Pappkameraden heraus. Wenn ich keinen Raum habe, Nebenfiguren wirklich lebendig werden zu lassen und sie mit eigener Geschichte auszustatten, lasse ich sie lieber weg. In dem Sinne ist natürlich ein Roman immer reichhaltiger und vielschichtiger als die beste Verfilmung.
Das sagt jemand, der mehr als 50 verfilmte Drehbücher geschrieben hat?
Ja und zwar aus voller Überzeugung. Ich liebe Filme. Ich glaube, dass Menschen ohne Geschichten, Bücher, Filme oder Comics verrückt werden oder abstumpfen. Die schönste und tiefste Art, eine Geschichte zu erfahren, ist aber ganz sicher, sie zu lesen. Wer liest, wird selbst Regisseur und dreht einen Film im eigenen Kopf. Und dieser eigene Film ist immer besser als der, den andere Leute gedreht haben.
August 1997
Pressestimmen
»Klaus-Peter Wolf ist ein zuverlässiger Storylieferant. Die gehobene Qualität seiner Werke lässt sich jetzt wieder in zwei ›Polizeiruf 110‹-Folgen des Bayrischen Rundfunks überprüfen.«Stern – 23.10.1997


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