Film
Air Albatros
»Air Albatros« – das sind 26 Folgen Flieger- und Familiengeschichten rund um die ihr Freiburger Taxiflugunternehmen. Die »Air Albatros« lebt von ungewöhnlichen Charter-Aufträgen. Ihre Ware sind Manager oder Filmproduzenten auf dem Weg zu einem wichtigen Termin oder Duschwannen, die ganz schnell in Venedig sein müssen – in diesem Geschäft gibt es nichts, was es nicht gäbe. Einen festen Flugplan kann es da nicht geben. Mal ist Paris das Ziel, am nächsten Tag dann Marokko mit Zwischenstop in Basel. Das führt natürlich immer wieder zu Turbulenzen – in der Luft und auch in der Liebe …
Hintergrund
Anno 1648 verkündete der englische Bischof John Wilkins:
»Es gibt vier verschiedene Arten zu fliegen. Mittels Engeln und Geistern, unter Zuhilfenahme von Federvieh,
mit Flügeln die direkt am Körper befestigt sind oder mit einem fliegenden Wagen.«
Die erste Möglichkeit sah er als erwiesen an, die zweite und dritte blieben seit Ikarus immer erfolglos.
Blieb die vierte. Doch noch 225 Jahre dauerte es, bis den Gebrüdern Wright der erste Motorflug gelang.
Und daß das Fliegen für uns alle heute zur Selbstverständlichkeit geworden ist, liegt an all den Verrückten,
Besessenen und Genies, die in der Zwischenzeit vom »virus aeronauticus« befallen worden sind.
Über 16 Millionen Bundesbürger »heben« inzwischen jedes Jahr ab, rund 50000 besitzen gar eine eigene Segel- oder Motorfluglizenz.
Neben den normalen »großen« Airlines gibt es noch etwa 160 sogenannte Taxiflug-Unternehmen.
Diese kleinen Firmen haben ein denkbar einfaches Prinzip – sie übernehmen alle Aufträge,
die die Großen nicht übernehmen können oder wollen.
Einer dieser »tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten« ist Niklas Härlin (Wolf Roth).
Er hat seine eigene Fluggesellschaft »Air Albatros« in Freiburg gegründet und sich damit seinen Jugendtraum erfüllt.
Das Fliegen im Cockpit seiner zwei Turboprop-Maschinen Marke »Beechcraft 200« und seine Familie sind für ihn alles.
Er ist ein »Besessener«, der ständig gegen den drohenden Bankrott seiner Firma ankämpft.
Dies liegt nicht zuletzt daran, dass der mit »Air Albatros« verbundene Papierkram für ihn ein Greuel ist.
Er hätte es gerne, wenn sich seine Frau Katja (Monika Baumgartner) darum kümmern würde.
Nur hat er dabei nicht bedacht, dass Katia mit ihrem Leben so ihre eigenen Pläne hat.
Sie hat genug vom Hausfrauendasein und will in ihren erlernten Beruf als Krankenschwester zurück.
Schließlich sind ihre Kinder Laura (Nadine Neumann) und Michael (Johannes Korn) jetzt alt genug,
auf sich selber aufzupassen. Und dann ist da zur Not ja auch noch Opa Carl (Hans Jürgen Diedrich),
der sich in Abwesenheit von Katia und Nick um den Haushalt kümmert.
Nicht aus der Luft gegriffen sind die fliegerischen Geschichten rund um »Air Albatros«.
Die Autoren Jürgen Starbatty und Klaus-Peter Wolf haben bei der Freiburger
Taxiflug-Firma »Euroflug Frenzel« den idealen Berater gefunden.
Der erste Pilot der kleinen Firma Volker Wörner war von Anfang an dabei und sorgte dafür,
dass die Geschichten »luftdicht« sind. Die Story baut auf einigen seiner Erlebnisse auf,
schließlich hatte er einiges aus dem »Navigationskästchen« zu plaudern.
Steckbrief der Hauptdarsteller
Niklas Härlin
Niklas Härlin (46), von seinen Freunden Nick genannt, ist ein Kind der Nachkriegszeit. Groß geworden mit Bill Haley und
Camus hat er sich durch Jobs bei italienischen Fischern und als Saxophonist in Kneipen das Geld für die Ausbildung zum Piloten erarbeitet.
Bei der Deutschen Flugrettung lernt er seine Frau Katia kennen. Eine Bruchlandung, die man trotz eines Instrumentenfehlers indirekt ihm anlastet, beendet seine Jahre im Liniendienst der Lufthansa. Dies kommt ihm nicht ungelegen, denn jetzt kann er endlich sein eigenes Taxiflug-Unternehmen, die »Air Albatros«, gründen. Nick wirkt jünger als er ist. Der Eindruck eines lebensfrohen, unbekümmerten Menschen täuscht manchmal. Seine Eigenheit, Probleme erst einmal mit sich selbst auszumachen, führt oftmals zu Konflikten mit seiner Frau Katia. Aber im Laufe der Zeit haben sie einige »Techniken« entwickelt, um Streitereien produktiv beizulegen.
Nick ist ein leidenschaftlicher Flieger mit großer Erfahrung, der, wenn es um's Fliegen geht, zuverlässig, präzise und genau ist. Bürokram hingegen hasst er, dabei insbesondere Buchhaltung. Aber er braucht die Unabhängigkeit der eigenen Firma, denn nur über den Wolken fühlt er sich wirklich frei. Nur ist »Air Albatros« notorisch unterkapitalisiert und damit steht seine Freiheit immer auf der Kippe.
Katja Härlin (geb. Tessner)
Katia hat ihre klaren Vorstellungen vom Leben. Dabei ist sie temperamentvoll, von einer energisch zupackenden Art und vor allem: Man kann sich auf sie verlassen. Es ist fast unmöglich, etwas vor ihr geheimzuhalten, dennoch füllt es ihr häufig schwer, einmal nein zu sagen.
Dazu hat sie ein zu großes Herz. Ihre überbordende Phantasie, von Nick als »Wildwuchs im Kopf« bezeichnet,
läßt sie für ihre Kinder kleine 'Mutmachgeschichten' schreiben und zeichnen. Zu Zahlen hingegen hat sie keinerlei Bezug.
Nach ihrer abgebrochenen Ausbildung zur Bürokauffrau fand sie ihren Traumjob: Krankenschwester. Nach einer therapeutischen Zusatzausbildung hat Katia die Entscheidung getroffen, sich von ihrer Familie zu emanzipieren. Ihren Kindern zuliebe gab sie ihren Job auf, jetzt sucht und findet sie wieder eine Anstellung als Krankenschwester in der Allgemeinen Chirurgie.
Für den Familienalltag der Härlins hat diese Entscheidung Konsequenzen: Eine Menge Katastrophen und Konflikte stellen das Zusammenleben auf die Probe. Aber was auch immer passiert – die Härlins halten zusammen.
Die Schauspieler
Wolf Roth (Niklas Härlin)
FS-Spiele
1971: »Die Sprachlosen«
1972: »Der verliebte Teufel«
1976: »Die Verhaftung«
1978: »Plutonium«
1984: »Im Regen nach Amerika«
Spielfilme
»Ich werde dich töten, Wolf«
»Einer von beiden«, Regie W. Petersen
»Perrak«, Regie F. Vohrer
»Fleisch«, Regie R. Erler
»Gesellschaft mit beschränkter Haftung«, Regie O. Runze
US-Fernsehen
»Magnum«, »Quincy«, »African Queen«, »Cover-up«, »Manimal«,
»Scarecrow & Mrs. King«, »High Risk«.
Theater (Auswahl)
Gastspiele in Oslo, Kopenhagen, Stockholm, Paris mit den Peter-Handke-Stücken
»Weissagung«, »Hilferufe«, »Kaspar«, »Selbstbezichtigung«.
Desweiteren u.a.: »Die Räuber«, »Dreigroschenoper«, »Shakespeare's Naked Hamlet«,
»Was heißt hier Volsinii«, »Der Flüchtling«, »Stella«, »Hochzeitsreise«.
Inszenierungen
»Was ist an Tolen so sexy?«, »Ankomme Dienstag – stop – fall nicht in Ohnmacht«,
»Aus Mangel an Beweisen«.
Außerdem zahlreiche Auftritte in einzelnen Episoden in »Tatort«, »Der Kommissar«,
»Der Alte«, »Derrick«, »Sonderdezernat K1«, »In bester Gesellschaft«, »Rote Elefanten«
und »Das Erbe der Guldenburgs«.
Wolf Roth über seine Rolle:
»Mir ist das Projekt vom SWF vorgeschlagen worden; ich fand das Buch sehr gut, vor allem auch humorvoll geschrieben. Die Kombination von Familien- und Fliegerserie hat mich angesprochen. Die Familie steht ja unter einer extremen Stresssituation – die Firma ist hochverschuldet, wie behauptet sie sich gegenüber der starken Konkurrenz? Wie steht ein Pilot, der dauernd unterwegs ist, zu Familienleben und Kindern?
Anlässlich der Serie habe ich einige Flugstunden genommen. Ich wollte Handgriffe kennenlernen, die ich nebenbei verwenden kann – etwa während eines Dialoges. Leider ist es hier nicht so wie in Amerika, wo es üblich ist, für solch eine Rolle auch den Pilotenschein zu machen.«
Monika Baumgartner (Katja Härlin)
Monika Baumgartner ist das, was man als »waschechte Münchnerin« bezeichnen würde. Nach dem Abschluss der Otto-Falckenberg-Schule in München wurde sie von Jürgen Flimm für das Mannheimer Nationaltheater verpflichtet. Nach einem einjährigen Gastspiel am Hamburger Thaliatheater zog es sie zurück nach München an die Kammerspiele. Einem größeren Fernsehpublikum wurde sie bekannt durch ihre Rolle als »Rumplhanni«. In ihrer Freizeit betätigt sich Monika Baumgartner als Hobby-Schreinerin.
Fernsehproduktionen
»Rumplhanni«, »Kaiserhofstraße«, Regie: Rainer Wolffhardt
»Der Millionenbauer« mit Walter Sedlmayer
»Unsere schönsten Jahre«
»Rosowsky« von Markus Bräutigam
»Der Querkopf von Kirchbrunn« von Sigi Rothemund
»Zur Freiheit« und »Cafe' Meineid« von F.X. Bogner
Spielfilme
»Die Chinesen kommen«, von Manfred Stelzer
»Der Superstau« von Manfred Stelzer
»Das schreckliche Mädchen« von Michael Verhoeven
Theater
In München fest an den Kammerspielen.
»Nicht Fisch nicht Fleisch« und »Bauemsterben«, inszeniert und geschrieben von Franz Xaver Kroetz.
Im Residenztheater »Der Nusser« von Franz Xaver Kroetz inszeniert.
Im Volkstheater »Liliom« mit Hans Brenner.
Monika Baumgartner über ihre Rolle:
»Natürlich kann man nicht erwarten, dass in einem Drehbuch die Wirklichkeit eins zu eins wiedergegeben wird. An diesem Stoff gefällt mir besonders, wie der Aspekt der besonderen Belastungen behandelt wird, denen eine berufstätige Mutter ausgesetzt ist.«
